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Leistungssport

 

Berlin-Brandenburger Schwimmen Ergebnisse

Protokoll BBMS

KlassifikationenStartklassen Leichtathletik

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Leistungssportbericht 2014

 

Ergebnisse

Sportliche Höhepunkte in 2014 waren die IPC-Europa-meisterschaften in der Leichtathletik in Swansea, Wales, im Schwimmen in Eindhoven, Niederlande, im Para-Kanu in Brandenburg/Havel, Deutschland, und die UCI/IPC WM im Radrennen auf der Straße in Greenville, USA.

Hervorzuheben sind dabei die Goldmedaillen für Pierre Senska bei seiner WM (siehe Foto) und die Golderfolge von Daniela Schulte, Marianne Buggenhagen und Thomas Ulbricht mit Guide Tobias Schneider (alle vom PSC Berlin).

Eine Übersicht über alle Teilnehmer und Medaillengewinne gibt die untenstehende Statistik (LSB; 2015):  

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Trainer, Personal

Die Trainersituation hat sich in Berlin 2014 gefestigt: Mit den Landestrainern Dr. Ralf Otto (Leichtathletik / Paralympics gesamt), Matthias Ulm (Schwimmen), Philip Semechin (Schwimmen; 1/2  Stelle plus 1/2  Stelle Leistungsdiagnostik), Maik Zeh (Schwimmen; 1/2 Stelle) und Bernd Scheer-messer (Leichtathletik; 1/4 Stelle) stehen hauptamtliche Trainerstellen in  den beiden Stützpunkt-sportarten zur Verfügung. Im Vergleich zu 2012 gestaltet sich die Situation nach wie vor schlechter, da BMI-Mittel reduziert wurden und keine Ersatzlösungen zur Verfügung stehen. Insbesondere die Förderung des Nachwuchses ist mit der momentanen Personaldecke nicht zu gewährleisten und lässt nach Rio 2016 Einbußen in allen Sportarten befürchten, die man dann nur schwer korrigieren kann.

Super bewährt hatte sich die Zusammenarbeit mit dem Berliner Landestrainer Tischtennis, der als Verbandstrainer Handicap-Tischtennis hervorragende Arbeit leistete und den Nachwuchsathleten Silvio Herbig (PSC Berlin) in den C-Kader führte. Leider hat er zur Jahresmitte seinen Job im Nichtbehinderten-TT-Sport gekündigt und steht nicht momentan mehr zur Verfügung, da er nun Schullehrer wird. Ein Ersatz wird momentan noch erprobt und startet seine Aktivitäten zum Beginn 2015. Hier wird darüber hinaus versucht eine Kooperation mit der Poelchau-Sportschule zu initiieren. Die beiden neuen Verbandstrainer Leichtathletik und im Schwimmen haben sich in 2014 bewährt (siehe auch deren Einzelberichte).

 

Veranstaltungen in Berlin 2014

Veranstaltungshöhepunkte aus Berliner Sportsicht waren traditionell die Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in der Landsberger Allee und in der Leichtathletik im Jahnsportpark Berlin (Ausrichter PSC Berlin). Zahlreiche Rekorde und Saisonbestleistungen insbesondere der Berliner Aktiven rundeten das positive Ergebnis dieser Megaevents ab. Das Medieninteresse wächst weiter und fand mit der Aufwertung der Leichtathletik-Veranstaltung zum Grand Prix-Status einen weiteren Impuls. Ebenso wächst die Präsenz von Politik und Wirtschaft bei diesen Großveranstaltungen in Berlin und den diese Veranstaltung begleitenden Senatsempfänge.

Auch 2014 nun bereits zum vierten Mal war das international besetzte Rollstuhltennisturnier der Zehlendorfer Wespen fest verankert im Berliner Veranstaltungsprogramm. Hier zeigte die Berlinerin Katharina Krüger mit ihrem Turniersieg eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze und auch der Nachwuchs aus Berlin konnten hier mit einem Turniererfolgen im Juniorenbereich glänzen.

Ein weiterer Höhepunkt war das ISTAF 2014 in der Leichtathletik, mit einem wie schon 2012 und 2013 durchgeführten Rollstuhlschnellfahrevent für Nachwuchsaktive (der auch 2015 wieder im Programm sein wird und auch beim ISTAF Indoor Meeting im Februar 2015 seine Fortsetzung findet), sowie dem inklusiven (oder doch exklusiven, da getrennt gewerteten),  hoch beachteten Wettbewerb „Weitsprung“ mit Paralympicssieger und Weltrekordler Marcus Rehm als Deutschem Meister mit Prothese. Erstmals gab es mit Rahim Nagibulla auch wieder einen Berliner leistungsorientierten Teilnehmer beim Berlin-Marathon im Rennrollstuhl, nach jahrelanger Abstinenz.

All diese Veranstaltungen werden auch in 2015 in Berlin stattfinden. Damit hat sich Berlin weiterhin als Hochburg für Veranstaltungen im Behinderten-Leistungssport etabliert und kann zukünftig auch internationale Wettbewerbsausrichtungen ins Auge fassen.

Im Nachwuchsbereich findet seit 2010 „Jugend trainiert für Paralympics“ (JtfP) in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Rollstuhl-Basketball, Goalball für Blinde, Ski nordisch und GB-Fußball statt. Nach den Auftaktveranstaltungen in NRW und Kienbaum sind die Bundesfinals seit 2013 nach Berlin umgezogen, integriert in „Jugend trainiert für Olympia“ (JtfO). Die Finalveranstaltungen werden vom BS Berlin in Form von Organisation, Regelerstellung und Wettkampfleitung intensiv begleitet und durchgeführt. Der Berliner Nachwuchs beteiligt sich hier mit eigenen Qualifikationsturnieren/Landesfinals in den einzelnen Sportarten, mit einer wachsenden Anzahl an Schulen.

Eine weitere wichtige Schwimm-Sichtungsveranstaltung ist seit Jahren der Carl-von-Linné-Cup in der Landsberger Allee, mit einer wachsenden Anzahl von zu sichtenden Schülern/-innen mit unterschiedlichen Handicaps.

 

Die Veranstaltung „Sport im Olympiapark 2014“ stand unter dem Motto: „Überbietet den Kugelstoßweltrekord von Marianne Buggenhagen“ im sitzenden Kugelstoßen, unter vergleichbaren Bedingungen zu denen der Paralympicssiegerin. Unter ihrer und ihres Trainers Anleitung konnte jeder das Stoßen aus dem Sitzen ausprobieren, vom Jugendlichen mit und ohne Handicap, über den Hertha-Fan bis zum Senior/in und auch bis hin zu diversen Politikern. Alle konnten sich dadurch ein eigenes Bild von dieser Sportart und dem Leistungs-vermögen der Sportlerin machen, ein Mitmachwettbewerb, der sicher in 2015 mit einer anderen Disziplin wiederholt werden wird.

 

Neue Sportarten in Berlin

Nachdem im 2012 mit Teilnehmern der deutschen Nationalmannschaft eine Demonstration der Sportart Sledgehockey stattgefunden hatte war es in 2014 die Aufgabe diese Sportart in Berlin zu festigen. Dies ist nach langen Bemühungen nun gelungen und circa 6-8 Spieler trainieren mit kompletten Ausrüstungen momentan einmal pro Woche auf dem Eis in Charlottenburg. Weitere Sportarten drängen auf den Markt, beispielsweise Judo für Körperbehinderte und Fußball für Cerebralparetiker/innen. Diese Entwicklung werden wir in Berlin begleiten.

 

Ehrungen

Die Wahl zum Sportler, der Sportlerin, der Mannschaft und zum Trainer des Jahres wird alljährlich zusammen mit dem Nichtbehindertensport in Berlin durchgeführt und findet seinen krönenden Abschluss mit einer Gala im Estrel-Hotel Berlin. In 2014 konnte sich bei der Wahl Daniela Schulte auf den 3. Platz vorkämpfen. Die weiteren Nominierungen waren Marianne Buggenhagen bei den Sportlerinnen, Thomas Ulbricht und Pierre Senska bei den Männern und Matthias Ulm und Ralf Otto bei den Trainern.

 

Berlin-Kader

Neue DBS-Kaderathleten zum Ende 2014 für Berlin sind Marvin Malsy (Rollstuhlbasketball – Pfeffersport Devils Berlin), Kai-Kristian Kruse (Radsport – Berliner TSC), Lasse Klötzing (Segeln - PSC Berlin) und Silvio Herbig (Tischtennis - PSC Berlin). Wieder im B-Kader sind die beiden Sitzvolleyballerinnen Elisabeth Sieck und Corinna Cavier vom PSC Berlin.

Nachfolgend eine vollständige Übersicht aller Kaderathleten (Stand 12/2014):

Landes-verband

Kader-Status

Sportart

Name

Vorname

Verein

BER

C

Basketball Herren

Malsy

Marvin

Pfeffersport Devils Berlin

BER

B

Fußball blind

Osei

Kofi

LFC Berlin

BER

B

Kanu

Kierey

Tom

PSC Berlin

BER

B

Leichtathletik

Stein

Niels

PSC Berlin

BER

A

Leichtathletik

Ulbricht

Thomas

PSC Berlin

BER

A

Leichtathletik

Buggenhagen

Marianne

PSC Berlin

BER

B

Leichtathletik

Schneider

Tobias

PSC Berlin

BER

A

Radsport

Senska

Pierre

PSC Berlin

BER

B

Radsport

Kruse

Kai-Kristian

Berliner TSC

BER

B

Schwimmen

Telle

Emely

PSC Berlin

BER

B

Schwimmen

Grunenberg

Niels

PSC Berlin

BER

A

Schwimmen

Schulte

Daniela

PSC Berlin

BER

B

Segeln

Kroker

Jens

Yachtclub Berlin-Grünau  

BER

C

Segeln

Klötzing

Lasse

PSC Berlin

BER

B

Segeln

Mainka

Siegmund

Yachtclub Berlin-Grünau  

BER

B

Segeln

Prem

Robert

Yachtclub Berlin-Grünau  

BER

B

Sitzvolleyball Damen

Sieck

Elisabeth

PSC Berlin

BER

B

Sitzvolleyball Damen

Cavier

Corinna

PSC Berlin

BER

B

Tennis

Krüger

Katharina

SV Zehlendorfer Wespen

BER

C

Tischtennis

Herbig

Silvio

PSC Berlin

BER

B

Tischtennis

Gürtler

Jan

RSC Berlin

Leider sind die Kaderkriterien des DBS nach vierjähriger Überarbeitungszeit überraschend nicht dahingehend verändert wurden, das auch ältere Quereinsteiger in den C-Kader aufgenommen werden können, eine Langzeitforderung aus dem Leistungssport und eine Notwendigkeit im Behindertensport, denkt man beispielsweise an Unfallschädigungen. Auch der S-Kader wurde abgeschafft, in dem verletze Aktive aufgenommen werden konnten, im Nichtbehindertensport eine unumstritten Regelung - insgesamt ein Rückschritt für alle Sportler/innen, deren Absicherung und für die Arbeit der Landesverbände.

 

Sportpolitik / Bundespolitik

Aus sportpolitischer Sicht ist die Fortführung des „Strukturplanes Paralympischer Spitzensport“ des DBS und seine Auswirkungen für Berlin wesentlich für den Leistungssport in Berlin. Die Weiterführung der paralympische Trainingsstützpunkte Leichtathletik und Schwimmen in Berlin sind notwendig, befinden sich aber in einer immer höheren Konkurrenz mit immer mehr Stützpunkten in Deutschland, ohne dass sich der Gesamtetat für diese Stützpunkte erhöht. Das Potenzial einiger Stützpunkte wird zu wenig genutzt, wohingegen andere, nicht funktionierende Einrichtung und Sportarten gefördert werden. Hier wäre eine Konzentration auf Topstützpunkte genauso wünschenswert wie eine Grundsatzdiskussion, ob alle Sportarten in Deutschland gefördert werden müssen, wie sie im DOSB und in der Politik im Nichtbehindertenbereich bereits geführt wird.

Problematisch gestaltet sich der finanzielle Rückgang von Finanzmitteln für Lehrgänge von Seiten des deutschen Dachverbandes DBS und die (neu beschlossene) Nichtnominierung von Heimtrainern/ Stützpunkttrainern auf Lehrgänge der Nationalmannschaft. Immer mehr Sportler und Trainer müssen mit immer höheren Beträgen diese Unterdeckung privat, über ihren Verein oder den Landesverband ausgleichen, der dadurch seine Nachwuchsarbeit nicht finanzieren kann – ein Kreis, der schon seit Jahren angeprangert wird. Im neu eingerichteten, in 2014 erweiterten Top-Team des DBS (Stand Dezember 2014) sind momentan insgesamt 2 Schwimmer, ein Kanute und eine Tennisspielerin  aus Berlin vertreten, mit veränderten Bedingungen zu Ungunsten der Sportler (flexible Förderung gestrichen). Insgesamt sind auffallend viele Rollstuhlathleten und Sportler vertreten, die in 2014 auf EM-Niveau nicht erfolgreich waren.

Die Berliner Beraterverträge des LSB Berlin helfen entscheidend mit insgesamt 5 Aktive top abzusichern, betreffen aber eben nur eine Auswahl an Kaderaktiven in Berlin und keinen einzigen Nachwuchsathleten. Bemühungen, weitere Aktive in anderen Fördertöpfen (beispielsweise Team Berlin) unterzubringen oder Sponsoren zu finden gelingen nur selten. Problematisch sind hier vor allem die fehlenden Unterstützungsmöglichkeiten für alle hochtechnologischen Disziplinen, wie beispielsweise im Segeln, beim Rennen mit High-Tech-Prothesen und beim Optimieren von Rennrollstühlen, Sitz-Monoskiern oder Rollstuhltennisstühlen.

Auf Bundesebene sind weiterhin Stellen für Paralympics-Sportler im öffentlichen Dienst eingerichtet worden, wovon zwei dieser Stellen Berliner Athleten innehaben. Von einer neu eingerichteten Zusammenarbeit mit der Bundeswehr (Stellenplan) profitiert momentan kein Berliner Aktiver.

 

(vorgelegt von Dr. Ralf Otto – Landestrainer Paralympics und Leistungssportkoordinator BS Berlin)

Fotos: Dr. Ralf Otto / Pierre Senska

 


Paralympics

Die Teilnahme an den Paralympics ist der Traum eines_einer jeden gehandicapten Leistungssportlers_Leistungssportlerin. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es heutzutage neben dem dazugehörigen Talent, eines immensen Trainingsaufwandes, entsprechender professioneller Betreuung durch hochqualifizierte Trainer_innen und der Unterstützung des Verbandes und anderer Institutionen.

Leistungssportkonzept

Für die Unterstützung der Berliner Athlet_innen existiert seit einigen Jahren beim Behinderten-Sportverband Berlin e.V. (BSB) ein Leistungssportkonzept, das die schwerpunktmäßige Unterstützung in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Sitzvolleyball, Tischtennis und Radfahren festschreibt. Dieses Konzept beinhaltet die Förderung und Durchführung von Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfen, die Finanzierung von Landes- und Verbandstrainer_innen in diesen Sporarten, sowie die intensive Talentsuche und die Jugendarbeit.

Erfolge

Eine Vielzahl von Sportler_innen aus Berlin konnte in der Vergangenheit bei zahlreichen Paralympics und internationalen Meisterschaften große Erfolge verbuchen.

Paralympische Trainingsstützpunkte

Seit 2009 wurden durch den Deutschen Behindertensportverband e.V. (DBS) erstmalig in der Geschichte sportartspezifische Standorte zu „Paralympischen Trainingsstützpunkten“ ernannt.

Die Anerkennung erfolgt für zwei bis vier Jahre und soll die Qualität des Trainings an den betreffenden Standorten sichern. Der Anerkennung ging ein Antragsverfahren voraus, bei dem der sich bewerbende Landesverband u.a. die Anerkennung als Landessstützpunkt sowie eine Mindestanzahl an Kader- und Nachwuchssportler_innen nachweisen musste. Um keine kurzfristigen Aktivitäten zu würdigen, war zudem die Aufnahme des betreffenden Stützpunktes in den Strukturplan 2007 gefordert. Mit der Fortschreibung des Strukturplans im Jahr 2010 können weitere Standorte das Prädikat „Paralympischer Trainingsstützpunkt“ erwerben.

Berlin erhielt in den Sportarten „Schwimmen“ und „Leichtathletik“ einen „Paralympischer Trainingsstützpunkt“.