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Zweiter Tag der Berlin Tour „Aktion Mensch“

 

Auch am zweiten Tag stand für die Delegationsgruppe der Aktion Mensch aus Bonn, eine interessante Tour, quer durch Berlin, auf der Agenda.

Erste Station war der Besuch der Bogensportanlage des Bogenschießclubs Berlin-Brandenburg. Herr Grzondziel präsentierte stolz die seit Mai eröffnete Anlage. Mit Hilfe der Fördersumme von „Aktion Mensch“, war es möglich die Schützenmatten zu verlegen. Diese sind für einen sicheren Stand bei jedem Wetter und der Standmarkierung für die Sportler von Bedeutung. Mit Thomas Höhnerbach (Rollstuhl) und Carsten Otto (Sehbehinderung) waren zwei aktive Bogensportler vor Ort, welche vom üblichen Aufwärmprogramm bis hin zum Schießen alles präsentierten. Aktuell trainieren mit Ihnen noch bis zu 8 weitere Handicapsportler 1x die Woche im Verein.Der krönende Abschluss war, dass jeder sich selbst im Zielen, probieren durfte.

Dann folgte ein Besuch bei der Rollstuhltennis Abteilung der Zehlendorfer Wespen. Auf der sehr großzügigen Anlage begrüßte Frau Dr. Beate Loddenkemper alle Anwesenden. In gemütlicher Runde stellte Sie den Verein mit seiner Geschichte, den Abteilungen und der aktuellen Mitgliederstruktur und dem Training vor. Mit dabei war auch die Rollstuhltennis Spielerin Hannah-Louisa Schmidt. Mit Begeisterung brach Sie eine Lanze für den Behindertensport und konnte ganz aktuelle Erfahrungen aus Rio präsentieren. Sie war zwar nur als Zuschauerin vor Ort, konnte
trotzdem das Flair aufnehmen.

Frau Dr. Loddenkemper führte alle dann zum neu geschaffenen Weg zwischen den Tennisplätzen auf der Außenanlage. Vorher war dieser nur durch Sand befestigt. Probleme hatten die Rollifahrer besonders bei Nässe, wo dieser Weg dann nur sehr schwer zu durchfahren war, aufgrund des Matsches. Nun ziert ein schöner gepflasterter Weg das Areal. Hanna Schmidt demonstrierte allen, wie einfach es jetzt war, den Weg zu passieren. Zusammen mit Sportkollege und Nationalmannschaftsmitglied Steffen Sommerfeld, durften alle ein kleines Match zum Abschluss
erleben. Hier wurde allen deutlich, dass es nicht nur galt Ball und Schläger zu beherrschen, sondern auch den Rollstuhl.

Die letzte Station führte zu den „Karower Dachsen“. Frau Kirsten Ulrich begrüßte alle in der Geschäftsstelle des Vereins. Hier zeigte Sie per Video, welche Projekte in der Vergangenheit, mit Hilfe von der „Aktion Mensch“ Förderung unterstützt wurden.

Zu den Projekten zählten:

  • „Lauf dich fit“
  • Lauftandem (inklusive eines Hand- und Hörbuches)
  • Aktionstag
  • Inklusionswoche (IWO) Pankow, IWO Berlin

Besonderes Interesse ernteten die Bemühungen um das Angebot Lauftandem, wo mittlerweile auch eine Lauftandembörse im Internet eröffnet wurde.

Aber auch die Probleme in der Arbeit wurden angesprochen. Neben noch immer vorherrschenden Berührungsängsten auf beiden Seiten (Behinderte-Nichtbehinderte), sind ein hoher Verlust von Mitgliedern zu verzeichnen, aufgrund der Unterbringung der Flüchtlinge in den Sportstätten. Dem Verein ist es somit nicht mehr möglich alle Sportangebote in adäquater Form anzubieten.

Zusätzlich kommen noch Mehrkosten für neue Anmietungen dazu. Doch all diese Erschwernisse stoppen nicht den Elan und die positive Einstellung von Frau Ulrich und ihrem Verein. „Klar wird mir oft die Frage gestellt, warum ich das alles mache.

Ich sage dann nur eins: aus purer Leidenschaft!“.

Fotos: Andreas Stich

Wheel-Soccer-Cup

„Die Aktion Mensch informierte sich auf der Pfeffersport Geschäftsstelle u.a. über den bundesweiten „Wheel-Soccer-Cup“. Es ist einer der größten, inklusiven Rollstuhlsportturniere in Deutschland für Kinder- und Jugendliche. Die Aktion Mensch förderte das Projekt mehrmals.  Mittlerweile ist die Durchführung über eine Förderung des Landes Berlin gesichert.“

 

 

Besuch der Aktion Mensch-Delegation am 11.10.2016

 

1. Termin: GETEQ und Sportclub Lebenshilfe

Vorstellung von GETEQ und des Evaluationsprojektes nueva Berlin in Kooperation mit dem Sportclub Lebenshilfe durch Stefan: Befragung der Fußballgruppen im Sportverein hinsichtlich Themen wie z.B. der Zufriedenheit mit dem Übungsleiter oder dem Wissen der Namen der anderen Teammitglieder, Kontakt zum Athletensprecher etc.

Vorstellung des Fragebogens, der Ergebnisse und der Rückschlüsse daraus.

  • Was bedeutet es wenn ein Sportkurs voll ist?
  • Sind die Teilnehmer wirklich zufrieden oder gibt es vielleicht nur keine Alternativen?
  • Evaluation! Authentisches Feedback durch Befragung auf Augenhöhe (ebenfalls Menschen mit Beeinträchtigungen)
  • Ergebnis (Beispiele): Nur wenige kennen die Namen ihrer Mannschaftsmitglieder, einen Kontakt zum Athletensprecher gab es nur in den seltensten Fällen etc. 

⇒ Ziel: Echte Inklusion, d.h. Menschen mit Beeinträchtigung daran beteiligen, Sportangebote zu planen und zu organisieren!

 Anregung von der Aktion Mensch: Ähnliche Evaluationen könnten auch in Fitnessstudios durchgeführt werden.

 

2. Termin: Pfeffersport

Marc Schmid, Jörg Zwirn und Oliver Klar von Pfeffersport stellen die von der Aktion Mensch geförderten Projekte „Wheel-Soccer-Cup“ und „Starkes Team“ vor. Danach fand ein positiver, offener Austausch von beiden Seiten statt:

Pfeffersport ist

  • sehr zufrieden mit der Antragsstellung
  • lobt die Unkompliziertheit bei der Antragsstellung
  • Kritikpunkt: Langer zeitlicher Rahmen bis ein Antrag bewilligt wird
  • Problem der langfristigen Förderung: Frage nach Fördermöglichkeiten, um Projekte auch länger als ein Jahr zu finanzieren
  • Idee/Wunsch: Projektförderung von Trainer- bzw. Übungsleiterausbildungen für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Allgemeine Wünsche der Aktion Mensch, die zum Ausdruck gebracht wurden:

  • Einsatz der Fördergelder vor Ort, wo wirklich Bedarf ist
  • Entwicklung „innovativer Konzepte“, neue Zielgruppen, auch kleine Vereine erreichen à die Fördermittel sollen den Vereinen ein Probieren im Sinne einer „Spielwiese“ ermöglichen
  • Thema Netzwerk: Besondere Bitte an die Vereine ihre Kontakte zu nutzen und auf die Fördermöglichkeiten der Aktion Mensch aufmerksam zu machen, nicht nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda, sondern z.B. durch die Weitergabe von Flyern der Aktion Mensch

Information der Aktion Mensch, die Pfeffersport noch nicht kannte: Es ist in Zukunft nur noch möglich einen Antrag pro Verein pro Projekt zu stellen, nicht mehr aus unterschiedlichen Abteilungen desselben Vereins.

Im Anschluss Besuch der Inklusionsgruppe „Rollikids“ als Praxisbeispiel. Beobachtung eines Fangspiels.

Verabschiedung.

Yvonne Glöde
freie Sportjournalistin